
Liebe Unterstützer:innen,
herzlichen Dank für Ihre anhaltende Solidarität mit den Überlebenden der NS-Verfolgung in der Ukraine. Durch Ihre Spenden konnten wir in den vergangenen Monaten erneut wichtige Hilfe leisten und Hoffnung schenken. Gern berichten wir Ihnen von aktuellen Entwicklungen und besonderen Ereignissen. In den Monaten April und Mai standen neben unserer regelmäßigen Unterstützung durch die Bezahlung von Psychologinnen und häuslichen Pflegerinnen der Kauf von Lebensmittelpaketen, Medikamenten sowie Jungpflanzen für die NS-Überlebenden im Vordergrund. Mit rund 17.000 Euro konnten wir diese Formen der Hilfe finanzieren.

„Vielleicht erlebe ich den Frieden noch.“ Die Ausstellung des Hilfsnetzwerks tourt seit Mai durch Deutschland
Am 02.05. haben wir unsere Ausstellung in der KZ-Gedenkstätte Neuengamme eröffnet! Sie porträtiert zehn Überlebende der NS-Verfolgung in der Ukraine. Der Fotograf Kostjantyn Tschernitschkin hat sie 2024 und 2025 für uns besucht und eindrücklich porträtiert.
Mehr als vier Jahre nach dem Beginn des vollumfänglichen russischen Angriffs auf die Ukraine zeigen die Aufnahmen ihren Alltag, ihre Erinnerungen, die Dinge, die am Ende ihres Lebens Bedeutung für sie haben.
Die Ausstellung wird in zweifacher Ausführung bundesweit in verschiedenen Städten zu sehen sein. Über die Termine berichten wir auf unserer Website!

Zu Gast in Berlin: Treffen mit fünf Partnerinnen aus der Ukraine
Vom 5. bis 11. Mai 2026 waren fünf Partnerinnen aus fünf verschiedenen Gebieten der Ukraine bei uns zu Gast. Sie trafen viele Vertreter*innen des Hilfsnetzwerks. Höhepunkte waren die Besuche des Dokumentationszentrum NS-Zwangsarbeit Schöneweide und des Museums Berlin-Karlshorst, wo es die Möglichkeit gab sich auszutauschen und eine Einführung in die Arbeitsweise der Gedenkorte zu erhalten. Gemeinsam mit Mitgliedern des Vereins KONTAKTE-KOHTAKTbI fand am 8. Mai eine Kranzniederlegung für die sowjetischen Opfer des Zweiten Weltkrieges statt und am Denkmal für die im Nationalsozialismus ermordeten Sinti und Roma Europas legten wir gemeinsam Blumen nieder.

“…ich erinnere mich nicht an meine Kindheit. Aber ich erinnere mich, wie sehr ich leben wollte.”
Mein Name ist Nikolai Petrowitsch Rupenko. Ich wurde 1942 geboren. Meine Mutter erzählte mir, dass der Sommer 1941 heiß und schwül war. Die Luft lag schwer, und die Menschen glaubten zunächst nicht, dass der Krieg begonnen hatte. Es schien, als würde es nicht lange dauern. Sie hatten sich getäuscht. (…)
Die Jahre vergingen. Ich bin erwachsen geworden, ein Mann, habe eine Familie gegründet. Aber bis heute kann ich nicht ruhig zusehen, wie Brot weggeworfen wird. Bis heute schneide ich ihn in kleine Stücke. Bis heute wache ich manchmal nachts auf und lausche, ob meine Lieben neben mir atmen. Denn einst hatte ich Angst vor dieser Stille.
(Aus der Biografie von Nikolai Petrowitsch Rupenko)
Bis zu 20.000 Rom:nja wurden von den Nazis und ihren Helfer:innen während der Besatzung ermordet. Nikolai Petrowitsch Rupenko (geb. 1942), selbst Kind einer Rom:nja Familie überlebte mit seiner Mutter. Heute muss er einen weiteren Krieg durchleben — wir unterstützen ihn und seine Familie.
