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Berich­te

23. Bericht vom 18.11.2022

Das Hilfs­netz­werk konn­te bis­lang 153.000 Euro Spen­den­gel­der für Über­le­ben­de, Ange­hö­ri­ge und Fachkolleg:innen ein­set­zen. Seit Sep­tem­ber haben wir ein Paten­schafts­pro­gramm auf­ge­legt, mit dem wir der­zeit 100 Über­le­ben­de unter­stüt­zen, die sich in beson­ders pre­kä­ren Situa­tio­nen befinden.

Uns erreich­te kürz­lich der Brief einer Paten­schafts­emp­fän­ge­rin aus dem Gebiet Donezk. Sie über­leb­te als Kind von Zwangs­ar­bei­ten­den die natio­nal­so­zia­lis­ti­sche Ver­fol­gung. Vie­le Men­schen haben die Regi­on inzwi­schen ver­las­sen. Dazu füh­ren nicht nur die stän­di­ge Gefahr von Rake­ten­an­grif­fen son­dern auch die Sor­ge vor einem Win­ter ohne Strom, Was­ser oder Hei­zung. Doch gera­de die hoch­be­tag­ten Men­schen kön­nen oder wol­len ihre Wohn­or­te nicht mehr ver­las­sen. Mit einer regel­mä­ßi­gen Spen­de ab 10 Euro pro Monat kön­nen Sie Pat:in wer­den und die Men­schen vor Ort unterstützen.

„Ich bin Ihnen und Ihren Freun­den sehr dank­bar für die Hil­fe an die Ukrai­ner. Wir spü­ren, wie die gan­ze Welt uns beim gerech­ten Befrei­ungs­krieg unter­stützt. Wir hel­fen auch den­je­ni­gen, die es noch schwe­rer haben, als wir. Ich habe Ihre Hil­fe erhal­ten und schät­ze sehr, dass Sie auch von Ihren Fami­li­en etwas weg­neh­men, um uns zu hel­fen. Vie­len Dank für Ihre Unter­stüt­zung und Ein­fühls­ver­mö­gen für die Not frem­der Menschen!“

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22. Bericht vom 04.11.2022

„Die Haupt­bot­schaft mei­ner Arbeit war immer — nie wie­der, nein zu irgend­wel­chen Krie­gen! Wir hät­ten nie gedacht, dass wir die Tra­gö­die des Krie­ges ein­mal selbst erle­ben müs­sen.“

Die­se Wor­te schrieb eine ukrai­ni­sche Kol­le­gin in einem Dan­kes­brief an das Hilfs­netz­werk. Sie arbei­tet seit vie­len Jah­ren zur Geschich­te des Holo­causts, traf mit Schüler:innen Über­le­ben­de der NS-Ver­fol­gung und enga­giert sich für das Geden­ken an die Opfer von Babyn Jar. Als sie im April die­sen Jah­res aus Kyjiw flie­hen muss­te, unter­stütz­te das Hilfs­netz­werk sie mit einer finan­zi­el­len Sofort­hil­fe. Die 49 Mit­glie­der des Hilfs­netz­werks ver­bin­den teils lang­jäh­ri­ge Part­ner­schaf­ten und Koope­ra­tio­nen mit Kolleg:innen aus der Ukrai­ne. Das Hilfs­netz­werk konn­te bis­lang mit 146.600 Euro über 600 Über­le­ben­de der NS-Ver­fol­gung in der Ukrai­ne sowie mehr als 300 Ange­hö­ri­ge sowie Fachkolleg:innen unterstützen.

21. Bericht vom 21.10.2022

Einer unse­rer Kooperationspartner:innen in der Ukrai­ne ist die Romn:ja Jugend­or­ga­ni­sa­ti­on ARCA: Youth Orga­niz­a­ti­on for the Advo­cacy of Roma Cul­tu­re. ARCA setzt sich für die poli­ti­sche und gesell­schaft­li­che Betei­li­gung von jun­gen Romn:ja in der Ukrai­ne ein. Sie arbei­ten außer­dem für das Geden­ken und Erin­nern an den den Geno­zid an den Rom:nja im Natio­nal­so­zia­lis­mus und unter­stüt­zen der­zeit vie­le Über­le­ben­de in der Ukrai­ne. Der Vor­sit­zen­de Vova Yako­ven­ko hat sich die Zeit genom­men, uns über ihre Arbeit, die Her­aus­for­de­run­gen und die Situa­ti­on vor Ort zu berichten.

“Our orga­niz­a­ti­on is a youth Roma orga­niz­a­ti­on. We are try­ing to inclu­de Roma youth in all socio-poli­ti­cal pro­ces­ses that take place in Ukrai­ni­an socie­ty and ther­eby inte­gra­te the Roma. We work with various topics such as non-for­mal edu­ca­ti­on, human rights, art and also the the­me of the Roma geno­ci­de during the Second World War!

After Febru­a­ry 24, when hos­ti­li­ties began, we rea­li­zed that many peop­le need help becau­se a huma­ni­ta­ri­an cata­stro­phe is fol­lowing the war and peop­le will need medi­ci­ne, food, shel­ter, and so on. The­re­fo­re, we began to help peop­le as much as pos­si­ble. Now we are try­ing to return to our main acti­vi­ty, but at the same time we are hel­ping the most vul­nerable seg­ments of the popu­la­ti­on, regard­less of whe­ther they are Roma or non-Roma.

In the midd­le of sum­mer, we began to obser­ve a situa­ti­on when refu­gees began to return en mas­se back to Ukrai­ne. This hap­pens for various rea­sons, someo­ne deci­ded to return to their rela­ti­ves, someone’s sett­le­ment was de-occu­p­ied, and someo­ne suc­cum­bed to discri­mi­na­ti­on and did not find asyl­um in Euro­pe and deci­ded to return back. But at many venues whe­re we were invi­ted to per­form, we repeat like a man­tra one fear that with the approach of cold wea­ther we will have a new wave of refu­gees from Ukrai­ne and Euro­pe should be rea­dy for this. The­se refu­gees will flee not only from the war, but also from the cold, as infra­st­ruc­tu­re has been des­troy­ed in many sett­le­ments.

So in my city of Kre­men­chug, after rocket bom­bings, the­re is a thre­at that half of the city will be left without hea­ting apart­ments, sin­ce the hea­ting sys­tem was des­troy­ed. Local aut­ho­ri­ties tried to res­to­re it, but a repeated rocket attack was car­ri­ed out and ever­ything that was res­to­red was again des­troy­ed. Such a pic­tu­re is also obser­ved in other cities, espe­cial­ly after Octo­ber 10, when for almost a day all lar­ge sett­le­ments (which are far from the front line) suc­cum­bed to rocket attacks and cri­ti­cal infra­st­ruc­tu­re suf­fe­red. Now we are for­ced to save electri­ci­ty.

Now we are try­ing to help peop­le who sur­vi­ved the hor­rors of World War II. All the­se peop­le are qui­te advan­ced in age, some of them are for­ced to evacua­te, some have lost their homes, but most of them remain at home due to poor health and again, like many years ago, endu­re all the hor­rors of war. On behalf of our orga­niz­a­ti­on, on my own behalf, I want to thank all the peop­le who are not indif­fe­rent. And also I want to con­vey the words of gra­ti­tu­de from the elder­ly who recei­ve this help. Every time I hear words of gra­ti­tu­de and pray­ers for all people!!” 

Das Hilfs­netz­werk konn­te bis­lang 141.000 Euro Spen­den­gel­der für Über­le­ben­de, Ange­hö­ri­ge und Fachkolleg:innen ein­set­zen. Die­se Woche konn­ten wir 50 Über­le­ben­de des Geno­zids an den Rom:nja mit einer finan­zi­el­len Sofort­hil­fe unter­stüt­zen. Unser Dank gilt den Spender:innen, aber auch unse­ren Partner:innen in der Ukrai­ne, ohne deren Arbeit die­se Unter­stüt­zung nicht mög­lich wäre.

Wer direkt unter­stüt­zen will, kann dies im Rah­men einer Spen­de­kam­pa­gne des Zen­tral­rat Deut­scher Sin­ti und Roma und des Hilfs­netz­werks anläss­lich des Euro­päi­schen Holo­caust Gedenk­ta­ges für Sin­ti und Roma: Hil­fe für Über­le­ben­de Roma der NS-Ver­fol­gung in der Ukrai­ne – Zen­tral­rat Deut­scher Sin­ti und Roma – betterplace.org

20. Bericht vom 07.10.2022

In einem Brief an das Hilfs­netz­werk für Über­le­ben­de der NS-Ver­fol­gung berich­tet die Toch­ter von Walen­ti­na W. über die Fol­gen des Kriegs für ihre Fami­li­le. Walen­ti­na W. wur­de 1944 in der Nähe von Augs­burg gebo­ren, wäh­rend ihre Mut­ter dort Zwangs­ar­beit leis­ten muss­te. Nach Beginn des rus­si­schen Angriffs­kriegs am 24. Febru­ar ver­lor die Toch­ter Anna meh­re­re Wochen lang den Kon­takt zu ihrer Mut­ter Walen­ti­na und erfuhr erst im April, dass die­se in der Zeit meh­re­re Herz­at­ta­cken erlit­ten hat­te. Kurz danach gelang die gemein­sa­me Flucht nach Polen, wo Walen­ti­na W. die drin­gend benö­tig­te Behand­lung und Medi­ka­men­te bekam. Dank der Spen­den­gel­der konn­te das Hilfs­netz­werk die Fami­lie fnan­zi­ell unter­stüt­zen, die dadurch unter ande­rem die Medi­ka­men­te zah­len konnte.

Älte­re Men­schen sind im Krieg beson­ders gefähr­det. Vie­le von ihnen wol­len oder kön­nen das Land nicht ver­las­sen. Häu­fig sind sie auf medi­zi­ni­sche Ver­sor­gung ange­wie­sen, deren Beschaf­fung immer schwie­ri­ger und teu­rer wird. Das Hilfs­netz­werk für Über­le­ben­de der NS-Ver­fol­gung in der Ukrai­ne konn­te bis­lang mit 123.900 Euro mehr als 500 Über­le­ben­de sowie über 200 Ange­hö­ri­ge und Fachkolleg:innen mit finan­zi­el­len Hil­fen unter­stüt­zen. Vie­len Dank an alle Spender:innen!

19. Bericht vom 23.09.2022

Vor einem hal­ben Jahr hat sich das Hilfs­netz­werk für Über­le­ben­de der NS-Ver­fol­gung in der Ukrai­ne gegrün­det. Seit­dem konn­ten wir dank der vie­len Spender:innen mit 117.600 Euro mehr als 500 Über­le­ben­de sowie über 200 Ange­hö­ri­ge und Fachkolleg:innen mit finan­zi­el­len Hil­fen unter­stüt­zen. Mit dem im Sep­tem­ber gestar­te­ten Paten­schaf­ten sichern wir Über­le­ben­den, die kei­ner­lei fami­liä­re Unter­stüt­zung haben oder sich aus ande­ren Grün­den in pre­kä­ren Situa­tio­nen befin­den, eine regel­mä­ßi­ge Unter­stüt­zung bis vor­erst Ende Febru­ar zu.

Eine der Empfänger:innen einer Paten­schaft ist Walen­ti­na G.. Sie ist Akti­vis­tin des Opfer­ver­ban­des USVZHN. Sie lebt im Gebiet Donezk, aus dem täg­lich schwe­re Kämp­fe gemel­det wer­den. Walen­ti­na G. wur­de 1943 gebo­ren. Wäh­rend des zwei­ten Welt­kriegs wur­de sie mit ihrer Fami­lie zur Zwangs­ar­beit für das natio­nal­so­zia­lis­ti­sche Deutsch­land ver­schleppt. Dank der Spenden für das Paten­schafts­pro­gramm konn­ten wir Walen­ti­na G. eine monat­li­che Unter­stüt­zung von 40 Euro bis vor­erst Ende Febru­ar zusichern.

Das Bild zeigt die Überlebende Walentina G.
Foto: Walen­ti­na G. 

18. Bericht vom 09.09.2022

Das Hilfs­netz­werk für Über­le­ben­de der NS-Ver­fol­gung konn­te bis­lang mit 113.000 Euro Über­le­ben­de der NS-Ver­fol­gung, ihre Ange­hö­ri­gen und Fachkolleg:innen in der Ukrai­ne sowie auf der Flucht unterstützen.

Die­se Woche nut­zen wir den Spen­den­be­richt, um über das kürz­lich begon­ne­ne Paten­schafts­pro­jekt zu berich­ten: Dank der Unter­stüt­zung zahl­rei­cher Spender:innen konn­ten wir inner­halb einer Woche die ers­ten 20 Paten­schaf­ten für Über­le­ben­de der NS-Ver­fol­gung in der Ukrai­ne finan­zie­ren. Die Empfänger:innen der Paten­schaft wur­den per Brief von uns über die regel­mä­ßi­ge Unter­stüt­zung infor­miert und erhal­ten die­se noch im Sep­tem­ber. Die monat­li­che Spen­de gibt ihnen Sicher­heit und Plan­bar­keit in den unsi­che­ren Zei­ten des Kriegs.

Eine unse­rer Kon­takt­per­so­nen vor Ort und Emp­fän­ger einer Paten­schaft ist Leo­nid Kar­pez in der Stadt Druzhkivka im Gebiet Donezk. Er wur­de 1943 in Neu­bran­den­burg gebo­ren, wäh­rend sei­ne Mut­ter dort Zwangs­ar­beit leis­ten muss­te. Seit vie­len Jah­ren enga­giert er sich für die Über­le­ben­den in sei­ner Stadt und lei­tet die Lokal­ver­tre­tung der ukrai­ni­schen Uni­on der ehe­ma­li­gen Häft­lin­ge der natio­nal­so­zia­lis­ti­schen Lager (USVZHN). Leo­nid Kar­pez steht in regel­mä­ßi­gem Kon­takt mit den Über­le­ben­den in der Stadt: „Mit der Paten­schaft kön­nen die Über­le­ben­den die not­wen­di­ge Medi­zin oder Lebens­mit­tel kau­fen, die nun teu­rer gewor­den sind. Aber ich möch­te beto­nen, dass die Auf­merk­sam­keit sel­ber schon sehr viel bedeu­tet. Die Men­schen füh­len sich nicht ver­ges­sen und es bringt posi­ti­ve Emo­tio­nen in die­ser schwe­ren Zeit, in der Krieg und Ver­nich­tung toben.“

Foto: Leo­nid Karpez

Wir wis­sen von vie­len wei­te­ren Über­le­ben­den der NS-Ver­fol­gung, die teil­wei­se in umkämpf­ten Regio­nen der Ukrai­ne leben und eine regel­mä­ßi­ge Hil­fe benö­ti­gen. Dar­um möch­ten wir 20 wei­te­re Men­schen in das Paten­schafts­pro­jekt auf­neh­men und benö­ti­gen Ihre Unter­stüt­zung: Wir freu­en uns, wenn Sie die Spen­den­kam­pa­gne mit Ihren Ange­hö­ri­gen, Bekann­ten und Kolleg:innen tei­len und auf die Paten­schaf­ten auf­merk­sam machen!

17. Bericht vom 26.08.2022

Das Hilfs­netz­werk konn­te kürz­lich dank der Spen­den­gel­der Gali­na S. und ihre Fami­lie mit einer finan­zi­el­len Sofort­hil­fe unter­stüt­zen. Gali­na S. ist Über­le­ben­de der natio­nal­so­zia­lis­ti­schen Ver­fol­gung. Sie wur­de 1945 als Toch­ter ukrai­ni­scher Zwangsarbeiter:innen in Köln gebo­ren. Gali­na und ihre Fami­lie leb­ten in der Ukrai­ne in einem Ort nörd­lich von Luhansk im Don­bass, ihre Woh­nun­gen dort wur­den durch den Krieg zer­stört. Nach meh­re­ren Fluch­ten inner­halb des Lan­des ermög­lich­te schließ­lich die Bür­ger­initia­ti­ve “Pro­jekt­grup­pe Mes­sela­ger” im Ver­ein ELDE-Haus Köln die Rei­se nach Deutsch­land. In Koope­ra­ti­on mit dem NS-Doku­men­ta­ti­ons­zen­trum Köln und der Initia­ti­ve “Ukrai­ne Soli­da­ri­ty Bus” wur­de Gali­na mit ihrer Fami­lie nach Köln gebracht. Mit Gali­na flo­hen auch ihre Toch­ter, zwei Enke­lin­nen, ein Enkel und zwei Uren­kel. Zur Zeit ist die Fami­lie mit den vie­len not­wen­di­gen Behör­den­gän­gen beschäf­tigt, es ste­hen Sprach­kur­se und Anmel­dun­gen an, die durch enga­gier­te Unterstüzer:innen vor Ort beglei­tet wer­den. Dane­ben braucht es Lebens­mit­tel, Klei­dung oder Ein­rich­tungs­ge­gen­stän­de, was ohne die Unter­stüt­zung der Spender:innen nicht mög­lich wären. Das Hilfs­netz­werk für Über­le­ben­de der NS-Ver­fol­gung konn­te bis­lang mit knapp 110.000 Euro Über­le­ben­de der NS-Ver­fol­gung, ihre Ange­hö­ri­ge und Fachkolleg:innen in der Ukrai­ne sowie auf der Flucht unter­stüt­zen. Vie­len Dank an alle Spender:innen!

Foto: Tho­mas Rassloff

16. Bericht vom 12.08.2022

Von links nach rechts: Robert Günd­chen (Ver­ein Gedenk­tag 2. April in Wewels­burg), Vol­ker Kohl­schmidt (Pro­jekt NRWelt­of­fen), Oksa­na A. mit ihren Töch­tern, Muse­ums­lei­te­rin Kirs­ten John-Stu­cke und die Muse­ums-Mit­ar­bei­ter Rein­hard From­me und Erik Beck (Foto: Kreis­muse­um Wewelsburg)

Am 9. August besuch­te Oksa­na A. das Kreis­muse­um Wewels­burg. Sie ist die Enke­lin des 2009 ver­stor­be­nen Walen­tin Perow, der aus der Nähe von Kiew stamm­te und unter ande­rem das Kon­zen­tra­ti­ons­la­ger Nie­der­ha­gen über­lebt hat­te. Er und sei­ne bei­den Söh­ne Alex­an­der und Ana­tol­ji waren mehr­mals in Wewels­burg gewe­sen. Ana­tol­jis Toch­ter Oksa­na floh gemein­sam mit ihren bei­den Kin­dern im März 2022 aus Dnjepro. Ihr Mann und ihr Vater blie­ben zurück. Durch Ver­mitt­lung des Hilfs­netz­werks für die Über­le­ben­den der NS-Ver­fol­gung in der Ukrai­ne konn­te im Mai der Kon­takt zwi­schen Oksa­na und dem Kreis­muse­um Wewels­burg her­ge­stellt wer­den. Oksa­nas Vater Ana­tol­ji und sei­ne bei­den Brü­der wur­den im Juli durch das Hilfs­netz­werk finan­zi­ell unter­stützt. Bis­lang konn­te das Hilfs­netz­werk mit ins­ge­samt 103.000 Euro Spen­den­gel­dern Über­le­ben­de der NS-Ver­fol­gung in der Ukrai­ne, ihre Ange­hö­ri­gen sowie Fachkolleg:innen unterstützen.

Oksa­na und ihre bei­den Töch­ter waren nun zum ers­ten Mal in Wewels­burg. Gemein­sam mit Mit­ar­bei­ten­den des Kreis­muse­ums und Ver­tre­tern des Ver­eins „Gedenk­tag 2. April in Wewels­burg e.V.“ folg­te sie den Spu­ren ihres Groß­va­ters durch den Ort zum Mahn­mal auf dem ehe­ma­li­gen Appell­platz und durch die Gedenkstätte.

15. Bericht vom 22.07.2022

14. Bericht vom 15.07.2022

Im Juli ging eine der finan­zi­el­le Sofort­hil­fen des Hilfs­netz­werks für Über­le­ben­de der NS-Ver­fol­gung an Julia Romant­schen­ko. Sie ist die Enke­lin von Boris Romant­schen­ko, der im März die­sen Jah­res durch einen rus­si­schen Bom­ben­an­griff in sei­ner Woh­nung getö­tet wur­de. Boris Romant­schen­ko über­leb­te die Kon­zen­tra­ti­ons­la­ger Buchen­wald, Mit­tel­bau-Dora und Ber­gen-Bel­sen.
Julia Romant­schen­ko ist noch in Char­kiw und ver­sucht dort unter ande­rem, Unter­la­gen ihres Groß­va­ters aus der aus­ge­brann­ten Woh­nung zu ret­ten. In einem Inter­view im Deutsch­land­funk berich­tet sie über den Tod ihres Groß­va­ters und ihre der­zei­ti­ge Situa­ti­on vor Ort. Für sie und ihren Sohn bedeu­tet das Leben der­zeit einen Zustand per­ma­nen­ter Unsi­cher­heit, ohne zu wis­sen was am nächs­ten Tag, in der nächs­ten hal­ben Stun­de pas­siert. „Ich habe nie gedacht, dass ich Kriegs­zei­ten erle­ben wer­de, ich habe gedacht, dass das, was mein Groß­va­ter erlebt hat, uns nicht mehr pas­sie­ren kann.“

Das bewe­gen­de Inter­view ist hier kom­plett nach­zu­hö­ren: Zum Inter­view im Deutsch­land­funk

Dank Ihrer Spenden konn­ten wir bis­lang mit 99.100 Euro Über­le­ben­de der NS-Ver­fol­gung, ihre Ange­hö­ri­gen und Kolleg:innen in der Ukrai­ne unter­stüt­zen. Seit fast fünf Mona­ten ist der Krieg täg­li­che Rea­li­tät für die Men­schen in der Ukrai­ne, sie benö­ti­gen wei­ter­hin drin­gend finan­zi­el­le Hil­fe, um sich mit dem Nötigs­ten zu ver­sor­gen. Das Hilfs­netz­werk ist auf wei­te­re Spenden ange­wie­sen, um vie­len wei­te­ren Über­le­ben­den der NS-Ver­fol­gung in der Ukrai­ne, ihren Ange­hö­ri­gen und Partner:innen des Netz­werks zu helfen.

13. Bericht vom 08.07.2022

Seit der Grün­dung des Netz­werks konn­ten wir 97.900 Euro zur Unter­stüt­zung von Über­le­ben­den der NS-Ver­fol­gung, ihren Ange­hö­ri­gen und unse­ren Kolleg*innen ein­set­zen. Der Bedarf lässt jedoch nicht nach und es errei­chen uns immer wie­der Anfragen.

So beka­men wir kürz­lich ein Schrei­ben von Alex­an­dra B., die um Hil­fe für ihre Groß­mutter bat. Var­va­ra Dmi­triev­na B. wur­de 1926 gebo­ren, als Jugend­li­che muss­te sie Zwangs­ar­beit in einem Dorf bei Nürn­berg leis­ten. Im Mai die­sen Jah­res kam sie ins Kran­ken­haus in Kyiv und ihre Enke­lin bat das Hilfs­netz­werk um Unter­stüt­zung. Der Sohn küm­mert sich um sie, doch der schlech­te Ge-sund­heits­zu­stand bedeu­tet hohe Aus­ga­ben für die Fami­lie. Die Fami­lie hat auf­grund des Krie­ges der­zeit kein Ein­kom­men. Wir konn­ten sie mit Geld für Medi­ka­men­te und einer Weich­la­ge­rungs-matrat­ze unter­stüt­zen. Mitt­ler­wei­le geht es Var­va­ra Dmi­triev­na B. bes­ser und sie ist wie­der zu Hause.

“Herz­li­chen Dank für Ihre mensch­li­che und mate­ri­el­le Unter­stüt­zung! Wenn die Groß­mutter bei Bewusst­sein ist, dankt sie auf­rich­tig und betet für die Gesund­heit all derer, die sie unter­stützt und ihr Mit­ge­fühl bekun­det haben, die die letz­ten über­le­ben­den “Ost­ar­bei­ter” des Zwei­ten Welt­kriegs nicht ver­ges­sen haben und an sie den­ken.” (Aus dem Dan­kes­schrei­ben der Enke­lin Alex­an­dra B.).

12. Bericht vom 01.07.2022

Seit der Grün­dung des Netz­werks haben wir 95.200 Euro zur Unter­stüt­zung von Über­le­ben­den der NS-Ver­fol­gung, ihren Ange­hö­ri­gen und unse­ren Kolleg*innen ein­ge­setzt. Unter den Empfänger*innen sind 8 Über­le­ben­de aus der Regi­on Sumy im Nord­os­ten der Ukrai­ne. Sie waren ehe­ma­li­ge Zwangsarbeiter*innen oder haben als Kin­der Zwangs­ar­beit oder Ver­fol­gung ihrer Eltern über­lebt. In kur­zen Brie­fen berich­te­ten sie uns über den Erhalt der finan­zi­el­len Hil­fe durch das Hilfs­netz­werk. Unser Mit­glied „Netz­werk Erin­ne­rung“ hat die Kon­tak­te zu den Über­le­ben­den her­ge­stellt und dafür gesorgt, dass die Hil­fe die Über­le­ben­den erreicht.

Ich B. Valen­ti­na Leo­ni­dow­na, Schwie­ger­toch­ter von S. Gan­na Gri­go­riw­na, habe 6184 Gri­wen (ukrai­ni­schen Wäh­rung) von M. Ljud­mi­la Wolo­di­mi­row­na im Rah­men des Pro­jekts „Memo­ry Net­work“ zur Unter­stüt­zung von Opfer natio­nal­so­zia­lis­ti­scher Ver­bre­chen, bekom­men. Im Namen von S. Gan­na Gri­go­riw­na, einem Kriegs­kind, einer Wit­we und mir, vie­len Dank für die Unter­stüt­zung in die­ser für unser Land schwie­ri­gen Zeit.

B.W.L.

PS: Dan­ke an alle, die hel­fen, den Erin­ne­rungs­fa­den von Genera­tio­nen nicht zu zerreißen.

Dan­kes­schrei­ben von Valen­ti­na Leo­ni­dow­na B

Ich M. Tetja­na Olek­sandriw­na, Toch­ter von C. Ana­st­as­sia Petriw­na, gebo­ren 1927, Ost­ar­bei­te­rin, Inva­li­de des 1 Gra­des, habe 6184 Gri­wen von M. Ljud­mi­la Wolo­di­mi­row­na im Rah­men des Pro­jekts „Memo­ry Net­work“ zur Unter­stüt­zung von Opfer natio­nal­so­zia­lis­ti­scher Ver­bre­chen, bekom­men. m Namen von C. Ana­st­as­sia Petriw­na und von mir per­sön­lich dan­ken wir den Mit­ar­bei­tern des Pro­jekts „Memo­ry Net­work“ für die Unter­stüt­zung in die­ser für unser Land schwie­ri­gen Zeit.
14.06.2022

M.

Dan­kes­schrei­ben von Tetja­na Olek­sandriw­na M

11. Bericht vom 24.06.2022

Seit Grün­dung hat das Hilfs­netz­werk für Über­le­ben­de der NS-Ver­fol­gung in der Ukrai­ne 93.700 Euro Spen­den­gel­der an Über­le­ben­de, Ange­hö­ri­ge und Fachkolleg:innen in der Ukrai­ne und auf der Flucht ausgezahlt.

Eine der finan­zi­el­len Sofort­hil­fen ging an Nadezh­da Slessa­re­wa (91) und ihre Fami­lie. Die Arbeit des Hilfs­netz­werks bedeu­tet in eini­gen Fäl­len auch wei­te­re For­men der Hil­fe: Seit eini­gen Wochen ver­su­chen wir aus der Fer­ne auch Nadezh­da Slessa­re­wa bei vie­len Her­aus­for­de­run­gen nach ihrer Ankunft in Deutsch­land zu unter­stüt­zen. Sie ist ehe­ma­li­ge Zwangs­ar­bei­te­rin und schon vie­le Male als bekann­te Zeit­zeu­gin in Deutsch­land gewe­sen, vor zwei Jah­ren hat sie das Bun­des­ver­dienst­kreuz erhal­ten. Nadezh­da Slessa­re­wa ist mit ihrem Mann und drei wei­te­ren Fami­li­en­mit­glie­dern — dar­un­ter ein klei­nes Baby — aus Kyiv nach Deutsch­land geflo­hen. Sie konn­ten zunächst eine Unter­kunft in Geis­lin­gen fin­den. Das Hilfs­netz­werk unter­stützt die Fami­lie bei vie­len büro­kra­ti­schen Her­aus­for­de­run­gen bis hin zu ganz prak­ti­schen Fra­gen – etwa, wie man an eine Wasch­ma­schi­ne kommt. Wir ver­such­ten, Ansprechpartner:innen in der Nähe zu fin­den, die mit pas­sen­den Sprach­kennt­nis­sen die Fami­lie beglei­ten kön­nen und bei Fra­gen oder Pro­ble­men erreich­bar sind. Das stell­te sich nicht immer als leich­te Ange­le­gen­heit her­aus, so wur­den bereits vie­le Arzt­be­su­che per Tele­fon aus Ber­lin gedol­metscht. Aktu­ell hof­fen wir auf die Geneh­mi­gung einer Reha für Nadezh­da Slessarewa.

Nadezh­da Slessa­re­wa (Mit­te) mit ihrem Mann Alex­an­der und ihrer Toch­ter Ele­na im Rat­haus Geis­lin­gen. In der zwei­ten Rei­he zu sehen ist ihr Enkel­sohn auf den Armen der Foto­gra­fin sowie die Dol­met­sche­rin. Im Mai 2022 lud der Ober­bür­ger­meis­ter von Geis­lin­gen alle ange­kom­me­nen Ukrainer*innen zur Begrü­ßung ins Rat­haus ein.
© Fami­lie Slessarewa
Mehr über die Lebens­ge­schich­te von Nadezh­da Slessa­re­wa in der ZDF-Doku:
“Die Zwangs­ar­bei­te­rin – Nadesh­das lan­ger Weg nach Hau­se”
(Okto­ber 2021). (Screen­shot ZDF Media­thek vom 23.6.22)

10. Bericht vom 17.06.2022

Seit über drei Mona­ten besteht das Hilfs­netz­werk für Über­le­ben­de der NS-Ver­fol­gung in der Ukrai­ne aus einem brei­ten Bünd­nis aus Gedenk­stät­ten, Muse­en, Ver­ei­nen und Initia­ti­ven mit dem Ziel, Über­le­ben­de der NS-Ver­fol­gung in der Ukrai­ne, ihre Fami­li­en sowie durch den Krieg betrof­fe­ne Kolleg:innen aus der Ukrai­ne unbü­ro­kra­tisch und effek­tiv zu unter­stüt­zen. Wir konn­ten bis­lang mit 90.700 Euro Spen­den­gel­dern vie­le Men­schen in der Ukrai­ne und auf der Flucht erreichen. 

Den wöchent­li­chen Spen­den­be­richt wol­len wir in die­ser Woche dafür nut­zen, auf den Beginn der Akti­ons­wo­che hin­zu­wei­sen. Vie­le der Netz­werks­mit­glie­der bie­ten vom 18. Juni bis zum 29. Juni Ver­an­stal­tun­gen an — die­se sind im Kalen­der auf der Web­site des Hilfs­netz­werks zu fin­den. Eben­falls möch­ten wir auf unse­re Ver­an­stal­tung am 20. Juni um 18 Uhr hin­wei­sen, auf der es auch um die kon­kre­te Arbeit des Hilfs­netz­werks gehen wird: „Hel­fen im Krieg. Per­spek­ti­ven auf die Unter­stüt­zung Über­le­ben­der der NS-Ver­fol­gung in der Ukrai­ne.“ Auf dem Podi­um berich­ten Dr. Ana­to­ly Podol­sky vom Ukrai­ni­an Cen­ter for Holo­caust Stu­dies, Lju­bov Dany­len­ko, Exper­tin zur NS-Zwangs­ar­beit und Part­ne­rin des Hilfs­netz­werks, sowie Eli­za Gaust, vom Cen­trum Dia­lo­gu in Łódź. Mode­riert wird die Ver­an­stal­tung von Dr. Chris­ti­ne Glau­ning, der Lei­te­rin des Doku­men­ta­ti­ons­zen­trums NS-Zwangs­ar­beit in Ber­lin. Die deutsch-eng­li­sche Ver­an­stal­tung wird simul­tan übersetzt.

9. Bericht vom 10.06.2022

Seit der Grün­dung des Netz­werks vor nun 3 Mona­ten konn­ten wir rund 87.500 EUR zur Unter­stüt­zung von Über­le­ben­den der NS-Ver­fol­gung, ihren Ange­hö­ri­gen und unse­ren Kolleg:innen ein­set­zen. Das ist nur dank der gro­ßen Unter­stüt­zung vie­ler Spender:innen mög­lich gewe­sen! Doch der Krieg ist nicht vor­bei und wie in den zurück­lie­gen­den Wochen ste­hen wir mit vie­len Über­le­ben­den und Ange­hö­ri­gen in Kon­takt, die wei­ter­hin drin­gend finan­zi­el­le Hil­fe benö­ti­gen.

Eine der finan­zi­el­len Sofort­hil­fen ging im Mai an Gri­go­rij Michaj­lo­witsch Kor­sa­t­schen­ko. Er wur­de 1943 als 11-Jäh­ri­ger zusam­men mit sei­ner Mut­ter und vier Brü­dern aus sei­nem Hei­mat­dorf Suvyd in der Oblast Kiew zur Zwangs­ar­beit nach Köln ver­schleppt. Die Fami­lie leb­te in einem Lager der Deut­schen Reichs­bahn in Köln-Nip­pes. Nach­dem das Lager durch Flie­ger­bom­ben zer­stört wur­de, hat man die Fami­lie in das Reichs­bahn­la­ger in der Köln-Ehren­fel­der Horn­stra­ße umquar­tiert. Nach der Befrei­ung wur­de Gri­go­rij mit sei­ner Fami­lie in das Hei­mat­dorf repa­tri­iert. 2011 nahm Gri­go­rij Kor­sa­t­schen­ko zusam­men mit sei­nem Enkel am Besuchs­pro­gramm der Stadt Köln für ehe­ma­li­ge Zwangsarbeiter:innen, Kriegs­ge­fan­ge­ne und KZ-Häft­lin­ge teil. Er lebt noch heu­te in seim Hei­mat­dorf Suvyd.

Bild: Gri­go­rij Kor­sa­t­schen­ko wäh­rend sei­nes Besuchs in Köln, Juni 2011 (NS-Doku­men­ta­ti­ons­zen­trum der Stadt Köln, N986,148).

8. Bericht vom 03.06.2022

Seit der Grün­dung des Netz­werks haben wir rund 81.500 Euro zur Unter­stüt­zung von Über­le­ben­den der NS-Ver­fol­gung, ihren Ange­hö­ri­gen und unse­ren Kolleg*innen ein­ge­setzt. Unter ande­rem erhiel­ten 27 Über­le­ben­de einer jüdi­schen Gemein­de in der Stadt Bila Tse­rkva in der Nähe von Kyiv finan­zi­el­le Unter­stüt­zung vom Hilfs­netz­werk. Eine von ihnen ist Svet­la­na Smol­ska­ya die meh­re­re Kon­zen­tra­ti­ons­la­ger in Deutsch­land und Polen über­leb­te. Wir erhiel­ten in der letz­ten Woche von der Lei­te­rin der Gemein­de, Natel­la Andryush­chen­ko, ein bewe­gen­des Dan­kes­schrei­ben: „Vor eini­gen Tagen erhiel­ten älte­re Mit­glie­der unse­rer Gemein­de finan­zi­el­le Unter­stüt­zung vom “Hilfs­netz­werk für die Über­le­ben­den der NS-Ver­fol­gung in der Ukrai­ne”. Sie alle sind Kin­der des Krie­ges, Men­schen, die die Besat­zungs­zeit oder schwie­ri­ge Eva­ku­ie­run­gen über­lebt haben. Alle sind über 80 Jah­re alt, aber erin­nern sich noch an die Schre­cken des Zwei­ten Welt­kriegs. Nun kam der Krieg zum zwei­ten Mal in ihr Haus. […] Dank Ihnen allen wis­sen wir, dass wir in die­ser für uns schwie­ri­gen Zeit nicht allein sind. Frie­de und Wohl­stand für uns alle!“ 

Das Ori­gi­nal des Schrei­bens vom 26.05.2022 auf Englisch: 

A few days ago, elder­ly mem­bers of our com­mu­ni­ty recei­ved finan­cial assi­s­tance from your foun­da­ti­on — “Aid net­work for the sur­vi­vors of Nazi per­se­cu­ti­on in Ukrai­ne”. All of them are child­ren of the war, peop­le who sur­vi­ved in the occup­a­ti­on or dif­fi­cult evacua­ti­on. All of them are over 80 years old, but they still remem­ber the hor­rors of World War II. And now the war came to their house for the second time. Our city suf­fe­red from rocket attacks, all the old peop­le were for­ced to hide in base­ments in dif­fi­cult accom­mo­da­ti­ons. For examp­le, Svet­la­na Smol­ska­ya, who sur­vi­ved several con­cen­tra­ti­on camps at Deut­sche Alau in Poland and Ger­ma­ny. She lost her youn­ger bro­ther while they were stay­ing in the Orpha­na­ge Kyiv Kin­der­gar­ten No.1, she mira­cu­lous­ly escaped. Her mother died immedia­te­ly after the war, and Svet­la­na remai­ned an orphan. Svetlana’s hus­band Boris remem­bers the war and fami­ne, he does not allow hims­elf to throw away even a pie­ce of bread. He enjoy­ed your help like a child. The sto­ries of the­se peop­le can be descri­bed in books about the war. Our old peop­le still can­not belie­ve that a war has come to peace­ful, flowe­ring Ukrai­ne again. Every day peop­le die, child­ren left without par­ents, and the elder­ly for­ced to drag out a mise­ra­ble exis­tence. The help that came from the foun­da­ti­on “Aid net­work for the sur­vi­vors of Nazi per­se­cu­ti­on in Ukrai­ne” has beco­me a huge sup­port for 27 old peop­le from the city of Bila Tse­rkva. We want to thank you so much for your kind hearts. Thanks to all of you, we under­stand that we are not alo­ne in this dif­fi­cult time for us.
Peace and pro­spe­ri­ty to all of us!

Sin­ce­rely Chap­ter RELIGIOUS ORGANIZATION
“Jewish Reli­gious Com­mu­ni­ty “MITZVAH“
BILA TSERKVA OF KYIV REGION
Natel­la Andryushchenko

Svet­la­na Smol­ska­ya (links) mit ihrem Mann Boris.



7. Bericht vom 27.05.2022

Seit der Grün­dung des Netz­werks haben wir rund 80.000 Euro Spen­den­gel­der an über 460 Über­le­ben­de der NS-Ver­fol­gung, ihre Ange­hö­ri­gen und unse­re Kolleg*innen in der Ukrai­ne und auf der Flucht aus­ge­zahlt.
Wir freu­en uns, dass wir mit ARCA (Youth Agen­cy for the Advo­cacy of Roma Cul­tu­re in Ukrai­ne) einen neu­en Kon­takt vor Ort haben, der Über­le­ben­de des Geno­zids an Rom*nja kon­tak­tiert und unter­stützt. Dank der Spenden an das Hilfs­netz­werk konn­te ARCA finan­zi­el­le Unter­stüt­zung an 30 Über­le­ben­de in der Ukrai­ne wei­ter­lei­ten. Einer von ihnen ist der 96-jäh­ri­ge Ivan Kor­ni­jo­vych Bilash­chen­ko aus Cher­k­a­sy (Video aus 2020).
Video: Euro­pean Holo­caust Memo­ri­al Day for Sin­ti and Roma


6. Bericht vom 19.5.2022

Seit der Grün­dung des Netz­werks haben wir rund 72.000 EUR zur Unter­stüt­zung von Über­le­ben­den der NS-Ver­fol­gung, ihren Ange­hö­ri­gen und unse­ren Kolleg*innen ein­ge­setzt. In den ver­gan­ge­nen zwei Wochen waren unter den Empfänger*innen unter ande­rem 8 Über­le­ben­de, die zur Zwangs­ar­beit nach Köln ver­schleppt wur­den, deren Kin­der, die dort gebo­ren wur­den, und ihre Nach­kom­men. Das NS-Doku­men­ta­ti­ons­zen­trum Köln hat nach Aus­bruch des Krie­ges über Umwe­ge und mit Hil­fe von unse­ren Partner*innen in der Ukrai­ne den Kon­takt her­ge­stellt und das Hilfs­netz­werk konn­te mit den Aus­zah­lun­gen begin­nen. Eine von ihnen ist Alla D. aus dem Gebiet Poltava. 

Jew­do­kia L., die Mut­ter von Alla D., wur­de 1942 als 21-Jäh­ri­ge aus dem Dorf Jaro­chiw­ka in der oblast Pol­ta­wa zur Zwangs­ar­beit nach Deutsch­land ver­schleppt. In Köln arbei­te­te sie zunächst als Küchen­hil­fe im Kol­ping­haus, spä­ter als Hilfs­ar­bei­te­rin in einer Möbel­fa­brik. Am 3. Juli 1944 kam ihre Toch­ter Alla in der Köl­ner Frau­en­kli­nik zur Welt. Jew­do­kia wur­de von ihren Kol­le­gin­nen bei der Betreu­ung des Kin­des unter­stützt. Nach der Befrei­ung kehr­ten Mut­ter und Toch­ter in die Hei­mat zurück. Alla erfuhr erst im Erwach­se­nen­al­ter vom Schick­sal ihrer Mut­ter. 2006 besuch­te sie auf Ein­la­dung der Stadt Köln ihre Geburts­stadt. Heu­te lebt sie in Dikan­ka in der oblast Pol­ta­wa. Im Mai 2022 hat sie 200 € vom Hilfs­netz­werk erhalten.

Foto: Alla D.s Mut­ter, die Zwangs­ar­bei­te­rin Jew­do­kia L. (sit­zend) 1943 in Köln (NS-Doku­men­ta­ti­ons­zen­trum der Stadt Köln, Bp20642).

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5. Bericht vom 16.5.2022

In die­ser Woche hat das „Hilfs­netz­werk für Über­le­ben­de der NS-Ver­fol­gung in der Ukrai­ne“ mit 4800 Euro wei­te­re Über­le­ben­de, Ange­hö­ri­ge und Kolleg*innen in Not erreicht. Seit Grün­dung hat das Hilfs­netz­werk 66.800 Euro Spen­den­gel­der an zahl­rei­che Men­schen in der Ukrai­ne und auf der Flucht aus­ge­zahlt. Doch in eini­gen Fäl­len braucht es ande­re For­men der Unter­stüt­zung als Geld. Für eini­ge Fami­li­en suchen wir der­zeit drin­gend alters­ge­rech­te Wohn­mög­lich­kei­ten in ganz Deutsch­land. Die Gemein­schafts­un­ter­künf­te eige­nen sich sel­ten für Men­schen, die es schwer haben Trep­pen zu stei­gen und bei den all­täg­li­chen Abläu­fen auf Hil­fe ange­wie­sen sind. So sehen wir für Über­le­ben­de die bes­te Mög­lich­keit in Deutsch­land unter­zu­kom­men dar­in, das s sie mit Ange­hö­ri­gen gemein­sam in einer Woh­nung woh­nen und dort in Ruhe im Krei­se ihrer Fami­lie ver­sorgt wer­den kön­nen. Dies zu ermög­li­chen ist eine schwie­ri­ge Auf­ga­be, bei der wir auf alle Kon­tak­te des Hilfs­netz­wer­kes ange­wie­sen sind.

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4. Bericht vom 6.5.2022

Seit drei Mona­ten gibt es das „Hilfs­netz­werk für Über­le­ben­de der NS-Ver­fol­gung in der Ukrai­ne“. In die­sem Zeit­raum konn­ten wir 300 Men­schen auf unter­schied­li­che Wei­se mit bis­lang 62.000 Euro aus Spen­den­gel­dern hel­fen. Auch in die­ser Woche konn­te das Hilfs­netz­werk wei­te­re 40 Men­schen in der Ukrai­ne und eini­ge weni­ge auch auf der Flucht finan­zi­ell unter­stüt­zen, wie zum Bei­spiel Boris Babchin­skij und sei­ner Fami­lie. Boris Babchin­skij war zehn Jah­re alt, als die Sowjet­uni­on ange­grif­fen wur­de. Er erleb­te den Krieg im Dorf Perej­ma im Gebiet Odes­sa. Da er in der Schu­le Deutsch gelernt hat, konn­te er die deut­schen Besat­zer ver­ste­hen. Er sam­mel­te Infor­ma­tio­nen und gab sie an die Par­ti­sa­nen wei­ter, wofür er bru­ta­le Prü­gel­stra­fen bekam. Sei­ne Frau Alla Bachin­ska­ja wur­de 1933 gebo­ren und erleb­te den Krieg als Kind in der Stadt Kadi­jiw­ka im Gebiet Luhansk. Die deut­schen Besat­zer haben damals das Haus der Fami­lie geplün­dert und sie zur Zwangs­ar­beit vor Ort gezwun­gen. Um vie­len wei­te­ren Men­schen hel­fen zu kön­nen, benö­ti­gen wir dei­ne Spende!

Das Bild zeigt das Ehe­paar Babchin­skij mit der Toch­ter noch vor Aus­bruch des Krieges

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3. Bericht vom 29.04.2022

Seit der Grün­dung des Netz­werks vor zwei Mona­ten konn­ten wir rund 55.000 EUR zur Unter­stüt­zung von Über­le­ben­den der NS-Ver­fol­gung, ihren Ange­hö­ri­gen und unse­ren Kolleg*innen ein­set­zen. Der Bedarf lässt jedoch nicht nach und es errei­chen uns immer mehr Anfra­gen. Wir sind froh, dass wir sehr enga­gier­te Partner*innen in der Ukrai­ne haben, die sich trotz schwie­ri­ger Umstän­de für die Über­le­ben­den einsetzen.Sie rufen die Über­le­ben­den an und suchen nach wei­te­ren, die bis­her noch kei­ne Hil­fe erreicht hat. Sie kau­fen ein und ver­sen­den Pake­te. Dank ihres Enga­ge­ments kom­men unse­re Hil­fe­leis­tun­gen direkt und in ganz kon­kre­ten For­men bei den Men­schen an:Zum einen wer­den die Über­le­ben­den finan­zi­ell durch Geld­zah­lun­gen unter­stützt, damit sie sich wei­ter­hin mit dem Wich­tigs­ten ver­sor­gen kön­nen. Die Prei­se für Medi­ka­men­te sind stark ange­stie­gen und auch die Pro­duk­te für den all­täg­li­chen Bedarf sind teu­rer gewor­den. Zum ande­ren benö­ti­gen eini­ge auch direkt lebens­not­wen­di­ge Medi­ka­men­te, Hygie­ne­ar­ti­kel und Nah­rungs­mit­tel, die sie selbst nicht mehr kau­fen kön­nen oder zu denen der Zugang immer schwe­rer wird. Also wer­den die­se Din­ge von unse­ren Partner*innen ein­ge­kauft und über Frei­wil­li­ge oder per Post zu den Men­schen gebracht.

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2. Bericht vom 22.04.2022

Das Hilfs­netz­werk für Über­le­ben­de der NS-Ver­fol­gung in der Ukrai­ne ist auf 47 Ver­ei­ne, Stif­tun­gen, Gedenk­stät­ten und Erin­ne­rungs­or­te in Deutsch­land und Öster­reich ange­wach­sen, die sich mit den Ver­bre­chen der NS-Zeit aus­ein­an­der­set­zen. Dank der Hilfs­be­reit­schaft vie­ler Spender*innen konn­ten in den ver­gan­ge­nen Wochen rund 46.000 Euro an zahl­rei­che Men­schen in der Ukrai­ne und auf der Flucht aus­ge­zahlt wer­den. Unser Haupt­au­gen­merk lag dabei auf der Hil­fe der Über­le­ben­den der NS-Ver­fol­gung und ihren Familien. 

Die ers­te finan­zi­el­le Sofort­hil­fe ging an die Über­le­ben­de Rai­sa Naba­ran­chuk. Sie konn­te von Kyiw nach Frei­burg eva­ku­iert wer­den. Vie­le Orga­ni­sa­tio­nen haben dabei gehol­fen: die Roma-Jugend­or­ga­ni­sa­ti­on АРКА − Агенція адвокації ромської культури (beson­de­rer Dank geht an Nata­li, Tetia­na und Vova), Dikh He Na Bis­ter — Roma Geno­ci­de Remem­bran­ce von ter­nY­pe — Inter­na­tio­nal Roma Youth Net­work, Eth­no­gra­phi­sches Muse­um in Tarnów, Roma­Bü­ro Frei­burg im Breis­gau, das Doku­men­ta­ti­ons- und Kul­tur­zen­trum Deut­scher Sin­ti und Roma sowie der Zen­tral­rat Deut­scher Sin­ti und Roma. Nach ihrer Ankunft war sie die ers­te, die vom Hilfs­netz­werk für Über­le­ben­de der NS-Ver­fol­gung in der Ukrai­ne sofort finan­zi­el­le Unter­stüt­zung erhielt.

Die ukrai­ni­sche Dich­te­rin mit Roma-Her­kunft wur­de 1943 gebo­ren. Ihre Mut­ter und ihr älte­rer Bru­der über­leb­ten das Mas­sa­ker von Babij Jar. Ihr Vater kämpf­te in der Roten Armee. Etwa 20.000 bis 72.000 Roma fie­len zwi­schen 1941 und 1945 inner­halb der Gren­zen der heu­ti­gen Ukrai­ne dem von den Nazis und ihren Kol­la­bo­ra­teu­ren ver­üb­ten Völ­ker­mord zum Opfer. In den letz­ten Jah­ren hat sich Rai­sa Naba­ran­chuk aktiv für das Geden­ken an den Völ­ker­mord an den Roma in der Ukrai­ne eingesetzt.

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1. Bericht vom 11.4.2022

Vor einem Monat, am 9. März 2022, haben sich rund 30 Initia­ti­ven, Stif­tun­gen, Erin­ne­rungs­or­te und Gedenk­stät­ten aus Deutsch­land zusam­men­ge­schlos­sen, um den Über­le­ben­den der NS-Ver­fol­gung, ihren Ange­hö­ri­gen sowie Fach­kol­le­gin­nen und Kooperationspartner*innen aus der Ukrai­ne zu hel­fen.
Dank der Hilfs­be­reit­schaft vie­ler Spender*innen wur­den in den ver­gan­ge­nen drei Wochen rund 30.000 EUR an zahl­rei­che Men­schen in der Ukrai­ne und auf der Flucht aus­ge­zahlt. In die­sen ers­ten drei Wochen war es uns wich­tig, mög­lichst vie­le Men­schen zu errei­chen und ihnen zu zei­gen, dass sie in die­ser Situa­ti­on nicht allei­ne gelas­sen werden.

Vie­le Ange­hö­ri­ge von Über­le­ben­den haben in der Ver­gan­gen­heit die Orte der Lei­dens­ge­schich­te ihrer Väter, Müt­ter, Groß­vä­ter oder Groß­müt­ter mit ihnen gemein­sam besucht und enge Ver­bin­dun­gen zu den Gedenk­stät­ten auf­ge­baut. Der Kon­takt ist oft­mals auch nach dem Tod der Über­le­ben­den nicht abge­ris­sen und so gehö­ren sie nun auch zu den ers­ten, denen das Hilfs­netz­werk Unter­stüt­zung in Form von finan­zi­el­ler Hil­fe oder Unter­stüt­zung bei der Orga­ni­sa­ti­on der Flucht sowie der Ver­mitt­lung einer Unter­kunft anbie­ten konn­te.
Die Toch­ter von Gri­go­rij Briz­kij – ein Über­le­ben­der des KZ Buchen­wald – hat mit 5 Fami­li­en­an­ge­hö­ri­gen zu Beginn des Krie­ges Kiew ver­las­sen und war nach der Ankunft in Polen völ­lig mit­tel­los. Nun hofft sie als Jour­na­lis­tin mit Pol­nisch­kennt­nis­sen in War­schau eine Arbeit zu fin­den, mit der sie ihre Fami­lie ver­sor­gen kann. Nach Erhalt des Gel­des schrieb uns Oksa­na Gruzytska: 

„Vie­len Dank, dass sie unse­re Fami­lie in die­ser für uns sehr schwie­ri­gen Zeit unter­stützt haben. Es war wie im Mär­chen und ich trau­te mei­nen Augen nicht! 2011 beglei­te­te ich mei­nen Vater zu einem Tref­fen ehe­ma­li­ger Häft­lin­ge von Buchen­wald. Mein Vater träum­te sein gan­zes Leben davon, noch ein­mal dort­hin zu gehen, und ich bin froh, dass ich ihm dabei hel­fen konn­te, dies zu ver­wirk­li­chen. Mit 89 Jah­ren konn­te er kaum noch lau­fen und die Mit­ar­bei­ter der Gedenk­stät­te orga­ni­sier­ten ihm nicht nur einen Roll­stuhl, son­dern auch ein sepa­ra­tes Auto, als er bei einem Aus­flug in der Erfur­ter Innen­stadt müde wur­de. […] Als mein Vater mir sei­ne Geschich­te erzähl­te, was er wäh­rend des Krie­ges erlebt hat, hör­te ich ihm zu, fühl­te mit, nahm aber alles aus der Fer­ne wahr. Ich war mir sicher, dass dies in unse­rem Jahr­hun­dert nicht mehr pas­sie­ren kann, weil die Welt klü­ger gewor­den ist. Ich dach­te nicht, dass die Zeit kom­men wird, in der ich mei­ne Hei­mat ver­las­sen und vor dem Krieg davon­lau­fen müsste.Vielen Dank an alle, die uns unter­stützt haben, für Ihre Freund­lich­keit und Mitgefühl!!!“

Oksa­na Gru­zyts­ka mit ihrem Vater Gri­go­rij Briz­kij (im Roll­stuhl)
Foto: Peter Han­sen (Wei­mar)

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